Atlas of physiology of the muscular fascia
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Beschreibung
Titel: „Atlas of physiology of the muscular fascia”
Autor: Luigi Stecco
ISBN: 978-88-299-2745-6
Erscheinungsdatum: 2016
Buchumschlag: Hardcover
Seitenzahl: 394
Das Geleitwort
Um die Komplexität der Funktionen und Störungen des Fasziensystems zu verstehen, ist es notwendig, die genaue Quantität und Qualität seiner Komponenten zu kennen, die dieses allgegenwärtige und vielseitige Gewebe bilden, sowie deren koordinierte Interaktionen und physiologisches Verhalten.
Um dieses Wissen zu erlangen, ist die Erstellung eines bewährten Arbeitsmodells unerlässlich, welches die Realität vereinfachen soll. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl hervorragender Atlanten und Lehrbücher, die mikroskopische und makroskopische Aufnahmen des Fasziensystems enthalten. Das fehlende Element war jedoch definitiv eine umfassende, englischsprachige Beschreibung der Physiologie der Faszie – also wie sie sich unter normalen Bedingungen verhält und wie genau sowie reproduzierbar sowohl die Art als auch der Ort einer faszialen Dysfunktion identifiziert werden können.
In seinem umfangreichen und detaillierten Werk präsentiert Luigi Stecco konkrete praktische Erkenntnisse, die mit dem anatomischen und physiologischen Wissen über die verschiedenen Bestandteile korrespondieren, welche die myofaszialen biomechanischen Strukturen bilden. Der Autor erklärt, wie diese Strukturen im menschlichen Organismus zusammenwirken, um integrierte Stabilität und Bewegung während der physiologischen Körperaktivität zu generieren.
Was aus klinischer Sicht am wichtigsten ist: Der Autor zeigt eine breite Palette fundierter Protokolle zur funktionellen Bewertung auf, mit denen die Merkmale faszialer Störungen identifiziert und lokalisiert werden können – etwa ob die myofaszialen Störungen einen uni-, bi- oder multidirektionalen Charakter haben.
Symptome im Zusammenhang mit einer fehlerhaften motorischen Kontrolle, einem verringerten Bewegungsumfang in den Gelenken und/oder Schmerzen können das Ergebnis von Störungen des Fasziensystems in Form von erhöhter lokaler Verdichtung (Densifikation, Gewebesteifigkeit) und/oder eines gestörten Gleitverhaltens der Faszie sein. Wichtig ist, dass diese Veränderungen weitgehend reversibel sind, da sie funktionelle Störungen darstellen und nicht zwangsläufig eine Gewebepathologie bedeuten.
In diesem Atlas finden sich präzise und reproduzierbare praktische Algorithmen zur Patientenbeurteilung, die den Therapeuten zur Identifizierung der faszialen Dysfunktion führen, was die Arbeit von Luigi Stecco so enorm bedeutsam macht. Kritisch betrachtet sind zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten erschienen, die die Zuverlässigkeit und Validität der Protokolle der Methode der Faszialen Manipulation belegen, die aus der langjährigen Forschung der Familie Stecco hervorgegangen ist.
Heutzutage gibt es viele Methoden zur Behandlung und Rehabilitation von Schmerzen und Dysfunktionen faszialer Strukturen, doch es existieren nur wenige Verfahren, die eine exakte Identifizierung des gestörten Gewebes sowie den präzisen Ort des Problems bieten können.
Im Prozess der objektiven Patientenbeurteilung garantiert die Stecco-Methode das Auffinden des präzisen Bereichs der faszialen Dysfunktion. Dies umfasst die palpatorische Überprüfung sowie Bewegungstests, mit denen die Ergebnisse kontrollierter Bewegungen aller Körpersegmente in allen räumlichen Ebenen bewertet und dokumentiert werden können.
Die objektive Methode der Patientenbeurteilung harmoniert mit der subjektiven Einschätzung unter Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Verletzungshistorie, Bewegungsmustern im Berufsalltag und bei Freizeitaktivitäten sowie der medizinischen Vorgeschichte des Patienten.
Durch die Kombination der Ergebnisse aus der objektiven und subjektiven Beurteilung lässt sich
eine Arbeitshypothese aufstellen, auf deren Basis eine effektive Behandlung durchgeführt werden kann. Die Bewegungstests werden nach der Behandlung wiederholt, um die funktionelle Verbesserung zu bewerten und Veränderungen der Symptome des Patienten zu beobachten.
In diesem wunderschön illustrierten Werk von Luigi Stecco sehen wir das Ergebnis seiner langjährigen Forschung, die dem Leser neues Wissen und praktische Hinweise vermittelt, welche ein unermessliches Potenzial und einen hohen Wert für Therapeuten aller Fachrichtungen darstellen – daher gebührt dem Autor großes Lob und tiefster Dank.
Leon Chaitow
Ehrenmitglied der University of Westminster,
London Chefredakteur des „Journal of Bodywork & Movement Therapies“
Link zur Beschreibung der englischsprachigen Ausgabe dieses Buches: „Atlas of physiology of the muscular fascia„






