» Kursbeschreibung

Fascial Manipulation© (FM) Kursreihe

Das Programm der Kursreihe für die Fasziale Manipulation besteht aus drei intensiven praxisorientierten Kursstufen, die theoretische Vorträge, Demonstrationen und praktische Übungen für die Kursteilnehmer am jeweiligen Kurstag beinhalten.

Die Kursteilnehmer erlernen die Untersuchung der muskuloskelettalen Funktionsstörungen mit besonderer Berücksichtigung des menschlichen Fasziensystems sowie die Anwendung der Methode der Faszialen Manipulation nach Luigi Stecco. Die Vorträge beinhalten die Anatomie und die Physiologie des Fasziensystems, die Erläuterung des biomechanischen Modells, das bei der Anwendung der Methode genutzt wird, wie auch die anatomische Ermittlung der grundlegenden Faszienpunkte. Der Schwerpunkt wird auf die Beurteilung der muskuloskelettalen Funktionsstörungen (angefangen mit der Krankheitsgeschichte, über die Hypothese bis hin zur Verifizierung und der Behandlung) zusammen mit der Methodologie und der Behandlungsstrategie gelegt.

Die vorliegende Kursreihe besteht aus drei Kursstufen: FM-1: Kursstufe 1 Fascial Manipulation® und FM-2: Kursstufe 2 Fascial Manipulation® und FM-3: Kursstufe 3 Fascial Manipulation®. Jede Kursstufe ist in zwei Kursstufeneinheiten unterteilt, FM-1a und FM-1b, FM-2a und FM-2b, FM-3a und FM-3b. Es ist das erfolgreiche Bestehen der FM-1 Kursstufe erforderlich, bevor die FM-2 Kursstufe und respektive FM-3 Kursstufe absolviert werden können. Der Abschluss der FM-1 Kursstufe vermittelt klinische Kenntnisse bezüglich der verbreiteten Funktionsstörungen.

Jede Kursstufe wurde so entwickelt, dass die Kursteilnehmer die erforderliche Zeit (von 4-6 Wochen) zum Einüben der neu gewonnenen Befund- und Behandlungstechniken bekommen, bevor sie die zweite Kursstufenhälfte für den Feinschliff der neu erlernten Methode in Angriff nehmen.

Die Kursreihe für die Fasziale Manipulation richtet sich an Physiotherapeuten, Osteopathen, Chiropraktiker, Ärzte sowie andere zugelassene Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich mit guten Kenntnissen der muskuloskelettalen Anatomie, Physiologie sowie der Grundkenntnisse der posturalen Analyse. Heilmasseure mit einer mindestens dreijährigen Berufspraxis können ebenfalls teilnehmen, müssen uns jedoch zuvor kontaktieren, um ihre Eignung zur Kursteilnahme überprüfen zu lassen.

 

 

FM-1: Kursstufe 1 Fascial Manipulation®

Die FM-1 Kursstufe 1 Fasziale Manipulation besteht aus zwei dreitägigen Kursstufeneinheiten, die jeweils innerhalb von 4-6 Wochen absolviert werden müssen, um ein gutes Verständnis der biomechanischen Grundlagen und die Beherrschung der gelernten Techniken sicherzustellen.

Die FM-1a Kursstufeneinheit beinhaltet die Grundprinzipien der Faszialen Manipulation, einschließlich einer Einführung in die fasziale Anatomie und dem biomechanischen Modell, das in der Methode eingesetzt wird. Es werden myofasziale Einheiten vorgestellt, die myofasziale Sequenzen der oberen Extremitäten, des Rumpfes sowie der unteren Extremitäten in der Sagittal- und Frontalebene bilden. Es wird die Befundkarte, die bei der Fascial Manipulation© Methode eingesetzt wird, im Detail besprochen.

Die FM-1b Kursstufeneinheit umfasst die Physiologie des Fasziensystems und die Ermittlung und die Behandlung der myofaszialen Einheiten der oberen Extremitäten, des Rumpfes und der unteren Extremitäten in der Horizontalebene. Nach Abschluss der FM-1b Kursstufeneinheit werden die Kursteilnehmer in der Lage sein, die Befundkarte für die 3D-Untersuchung des menschlichen Fasziensystems einzusetzen. Es wird auf die Beherrschung der Vergleichspalpation von Koordinationszentren sowie die Optimierung der Behandlungsstrategien Wert gelegt.

Jeder Kurstag beginnt um 08:30 Uhr und endet um ca. 18:00 Uhr. Jede Kursstufe wird mit einer Prüfung abgeschlossen, um das Verständnis- und Fähigkeitsniveau der Kursteilnehmer zu ermitteln.

 

FM-2: Kursstufe 2 Fascial Manipulation®

Im Rahmen der FM-2 Kursstufe 2 Fascial Manipulation© erweitern die Kursteilnehmer ihr Wissen über das biomechanische Modell um Patienten mit multisegmentalen Funktionsstörungen effizienter behandeln zu können.

Als Bestandteil des Lernprozesses werden die Teilnehmer der Kursstufe 2 dazu aufgefordert, die Befundkarten der Fälle, die nach der Kursstufe 1 behandelt wurden, zur Diskussion vorzustellen.

Die Kursstufe 2 besteht aus zwei dreitägigen Kursstufeneinheiten, die jeweils innerhalb von 4-6 Wochen absolviert werden müssen um den Kursteilnehmern die erforderliche Zeit für klinische Erfahrung und Praxis zu geben sowie die Beherrschung der erlernten Technik in ihrer Gesamtheit sicherzustellen.

Die FM-2a Kursstufeneinheit konzentriert sich auf die Funktion der Fusionszentren als Bestandteil des biomechanischen Modells sowie auf die Formation der myofaszialen Diagonalen. Es werden Elemente der vergleichenden Anatomiestudien eingeführt, um die Beurteilung der adaptiven Kompensationen innerhalb des Fasziensystems nachzuvollziehen. Es wird sowohl die Beteiligung der Faszie an der motorischen Kontrolle besprochen als auch die Befundkarte, die bei Fascial Manipulation© eingesetzt wird, um neue Elemente ergänzt.

Die FM-2b Kursstufeneinheit führt die myofaszialen Spiralen ein, um das Verständnis komplexer Bewegungsmuster und Bewegungsmechanismen zu ergänzen, außerdem werden die aktuellen Faszienforschungsprojekte vorgestellt. Das Kursstufeneinheit umfasst eine Reihe von Behandlungsdemonstrationen und Übungen zur Durchführung der Vergleichsanalyse von Koordinationszentren und Fusionszentren, der Analyse der Befundkarte, darüber hinaus wird der Schwerpunkt auf das klinische Denken, praktische Fähigkeiten und Behandlungsstrategien gelegt.

 

FM-3: Kursstufe 3 Fascial Manipulation®

Im Rahmen der FM-3 Kursstufe 3 Fascial Manipulation® erweitern die Kursteilnehmer ihr Wissen über internistische Funktionsstörungen und -Veränderungen der oberflächlichen Faszie.

Die FM-3a Kursstufeneinheit konzentriert sich auf die Zug-Membranen-Struktur, den Apparat, fasziale Sequenzen und Kettenlinien. Die Zug-Membranen-Strukturen erstrecken sich über Körperhöhlen und stellen die Durchgängigkeit ihres Innenraums sicher, was sowohl die eigene Bewegungen als auch die Mobilität der von ihnen umschlossenen Organe ermöglicht. Zugleich müssen die Zugstrukturen die Anpassung an äußere Druckeinwirkung und motorische Bedürfnisse des muskoskelettalen Systems ermöglichen. Diese Zugstrukturen können sich aufgrund der Densifikation der externen Faszien, wegen eines Problems innerhalb des muskuloskelettalen Systems oder wegen einer Funktionsstörung eines internen Organs, das Spannungen auf den „Container“ (die Wand des Bauchbehälters) über die Faszien überträgt, verändern. Organfunktionsstörungen manifestieren sich durch Schmerzen und Symptome, die häufig allgemeiner Natur sind, die jedoch innerhalb des Körpersegments, welches das Organ umgibt, lokalisiert werden können.

Die FM-3b Kursstufeneinheit führt Quadranten und Systeme ein.

Die anatomischen Aufteilungen der oberflächlichen Faszie bilden Quadranten. Diese Aufteilungen, und zwar sowohl in horizontaler als auch in longitudinaler Ausrichtung, stellen sich wegen der Verdickung der Retinacula cutis, die eine Verbindung an die tiefe Faszie bilden, ein. Der Bereich des Quadranten entspricht in der Regel der Verteilung der Hautnerven und der Angiosome. Innerhalb eines jeden Quadranten gibt es drei oberflächliche Komponenten der drei internen Systeme: Rezeptoren, Lymphgefäße und Fettzellen.

 

Ziel der FM Kursreihe

Das Hauptziel besteht im Verstehen der Koordinationszentren (CC), die für das normale Funktionieren der monoartikulären und biartikulären Muskeln verantwortlich sind. Nach Kursabschluss werden die Kursteilnehmer:

  • die Kenntnis der Anatomie und Physiologie des Fasziensystems erlangt haben;
  • wissen, wie myofasziale Ebenen: die obere und untere Extremitäten und die Wirbelsäule, zu beurteilen sind;
  • die entsprechende Funktionsanalyse der Bereiche, in denen Beschwerden eintreten, festlegen können;
  • Fähigkeiten und das Verständnis für die Untersuchung von Funktionsstörungen anhand der beteiligten Faszienpunkte zwecks Wiederherstellung der normaler Funktionsweise erlangt haben.

 

Können Sie ein Beispiel dafür anführen, wie die Fasziale Manipulation funktioniert?

Dies ist schwer in kurzer Form zu beantworten. Hier einige allgemeine Aspekte:

  1. Die Fallgeschichte muss vergangene, gleichzeitig auftretende sowie gegenwärtige Beschwerden umfassen. Es ist oft erforderlich, die alten Verletzungen zu überprüfen und zu behandeln, da die gegenwärtigen Beschwerden gegebenenfalls kompensatorisch zu ihnen auftreten können.
  2. Es müssen die Bereiche, in denen Beschwerden eintreten, funktional überprüft werden (aktiv, passiv, resistiv) um festzustellen, welche Bereiche behandelt werden müssen.
  3. Es muss entschieden werden, welche fasziale Ebene, oder Ebenen, am stärksten betroffen sind.
  4. Es müssen die FM-Punkte, die mit schmerzhaften Bewegungen verbunden sind, nach Densifikationen, Schmerzhaftigkeit und Schmerzprojektion abgetastet werden (der Übertragungsschmerz kann sich nach einigen Minuten der Manipulation einstellen).
  5. Auf der Grundlage der am meisten betroffenen Punkte muss entschieden werden, welche Ebene behandelt werden soll. Es müssen auch die Antagonisten auf der Ebene oder auf den Ebenen, für welche wir uns entschieden haben, abgetastet werden.

Nach der Behandlung jeden Punktes, der mit dem schmerzhaften Funktionstest in Zusammenhang stehen, muss eine Nachüberprüfung erfolgen, um zu kontrollieren, ob die Bewegungsschmerzen nachgelassen haben.

 

Fascial Manipulation® Untersuchung und Behandlung

Die Beurteilung der vorliegenden Probleme ist sehr wichtig und kann aus mehreren Teilen bestehen –

  • Erfassung der Krankengeschichte, um die besondere Zusammensetzung der Umstände zu ermitteln, die im Lebensverlauf eintreten
  • Bewegungstest, um zu sehen, wie sich die jeweiligen Körperteile gegenüber anderen bewegen
  • Überprüfung der Muskeln und Gelenke auf Kraft und Bewegungsumfang
  • manuelles Abtasten spezifischer Körperbereiche zwecks der Ermittlung faszialer Veränderungen, die mit dem vorliegenden Problem in Zusammenhang stehen können

Eine Vor- und Nachbehandlungsuntersuchung gibt uns subjektive (gefühlsmäßige) und objektive (gemessene) Aufschlüsse über das Behandlungsergebnis.

Die Behandlung besteht in der Tiefengewbemanipulation von sehr spezifischen und konzentrierten Bereichen der tiefen Faszie, wo die Muskelkräfte konvergieren, um Körperteile in bestimmte Richtung oder in komplexen Abläufen zu bewegen. Manche befinden sich in den Muskeln selbst, andere liegen in der Umgebung von Sehnen, Ligamenten und Gelenken. Die Behandlung kann auf einen einzigen Körperbereich ausgerichtet werden oder es kann erforderlich werden, mehrere Bereiche zu behandeln um ein Systemgleichgewicht zu erreichen.

 

Warum ist die Behandlung manchmal schmerzhaft?

Die in der Behandlung manipulierten Bereiche, und zwar da, wo die Faszie „blockiert“ ist, weisen dieselben Nervenendigungen auf, die zuvor beschrieben wurden – einschließlich der freien Nervenendigungen, die Schmerzsignale übertragen. Wenn wir eine Densifikation finden, üben wir Druck auf das sie umgebende Gewebe aus und bewegen es vor und zurück, um Reibung, Wärme und Gleiten zu erzeugen. Das hilft, die Konsistenz der chemischen Substanzen innerhalb der Faszie zu verändern, die für ihr Gleiten verantwortlich sind; sie wandelt sich von einem klebrigen zu einem flüssig-gleitenden Zustand und somit wird die Bewegungsfreiheit zwischen den Faszienschichten wiederhergestellt. Wenn die Bewegungsfreiheit wiederhergestellt ist, werden die Nervenfasern, welche die Schmerzen übertragen haben, wieder frei und stellen das Übertragen von nozizeptiven (Schmerz-) Signalen zum Nervensystem ein.

Nach der Manipulation stellt sich ein leicht entzündlicher Zustand ein. Das ist ein normaler Bestandteil des Heilungsprozesses, wobei der Körper verschiedene Substanzen und spezialisierte Zellen wiedereinführen muss, um das verletzte lose Bindegewebe und Kollagenfasern, welche die Faszie ausmachen, zu reinigen, zu ernähren und wiederherzustellen.

Es ist wichtig, nach der Behandlung keine anstrengenden Aktivitäten zu unternehmen, obwohl die meisten Patienten ein großes Maß an Erleichterung direkt nach der Behandlung fühlen und zu ihren Aktivitäten, die bis dahin eingeschränkt blieben, zurückkehren wollen. Leichte Übungen sind erlaubt – die betroffenen Strukturen müssen bewegt werden um den Wiederherstellungsprozess der normalen Beweglichkeit zu unterstützen – eine zu hohe Beanspruchung jedoch kann den Wiederherstellungsprozess komplizieren.

 

Warum wird fernab von dem Bereich gearbeitet, wo die Symptome auftreten?

Manchmal ist der Behandlungsbereich von der Stelle, wo die Schmerzen, Beschwerden oder Funktionsstörungen auftreten, weiter entfernt. Der Grund dafür ist der, dass die Faszie ein sehr kompliziertes Netzwerk darstellt, das sich über den ganzen Körper erstreckt und jeder Körperbereich ist in irgendeiner Weise mit jedem anderen Körperbereich verbunden. Wir wollen die Hauptursache der Beschwerden finden und behandeln – nicht die damit verbundenen Symptome. Symptome, stellen lediglich eine Rückmeldung des Körpers, der uns darüber informiert, dass etwas schief läuft. Das Behandeln von Symptomen, ohne ihre Ursache zu berücksichtigen, kann das zugrundeliegende Problem unberührt lassen, was zum Rückfall oder zu späteren Komplikationen führen kann.

 

Zusammenfassend lässt sich Folgendes feststellen…

Die Einzigartigkeit der Fascial Manipulation® Methode liegt darin, dass der Körper als Ganzes und nicht nur als die Stelle betrachtet wird, „wo es weh tut“ oder wo die Probleme zu sein scheinen. Meistens bilden fasziale Veränderungen fernab des von Schmerzen betroffenen Bereichs die faktische Problemursache. In den meisten Fällen sind wir in der Lage die akuten Schmerzursachen zu behandeln ohne überhaupt den Bereich, der schmerzt, zu berühren. Mit anderen Worten können fasziale Strukturen anderer Bereiche anormales (oder ungleichmäßiges) Ziehen oder Druck auf die Muskeln, Gelenke oder Nerven, das zu Schmerzen, Beweglichkeitseinschränkungen oder gar Gefühlsstörungen in anderen Körperbereichen führt, verursachen. Der Therapeut oder Arzt kann jene Bereiche überprüfen oder behandeln, die von der Patientenseite subjektiv nichts mit der Problemstelle zu tun haben, da jedoch der Körper eine komplexe und komplette Einheit darstellt, ist es sehr wichtig, alle Aspekte der Körperfunktionen mit dem Bestreben zu überprüfen, ein Gleichgewicht zu erreichen und dem Körper selbst die effizientere Heilung zu überlassen.

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